
(16.12.07) Es gibt weihnachtsfeiern und es gibt WEIHNACHTSFEIERN und das was die DJR an diesem Sonntagnachmittag abzieht, gehört zweifelsohne zur zweiten Kategorie! Es beginnt alles damit, daß das sogenannte Zentrum am Bügel in Bonames förmlich vibriert: Überall geschäftiges Treiben, als Löwen geschminkte Kinder rennen herum, die Biene Maja hastet hinterher, die Helfer von Väterchen Frost telefonieren am Handy, Prinzen müssen noch mal dahin, wohin selbst der König zu Fuß geht und alles durchweht ein Hauch von froher Erwartung; wer befürchtet den Zauber der Weihnacht zu verlieren, der komme hierher und der schaue den Kindern zu!
Der Saal, der so seine 300 Menschen faßt, ist rappeldicke-voll, und pünktlich zu Beginn der Veranstaltung betritt doch tatsächlich der hessische Ministerpräsident Roland Koch mit seiner Gattin den Raum! Wieviele Vereine bei uns im Ortsbezirk schaffen es, dem Ministerpräsidenten einen Sonntagnachmittag abzutrotzen? Da lege sich jeder mal selber ehrlich Rechenschaft über seine Bedeutung ab ...
Natürlich spricht Roland Koch ein Grußwort, in dem er insbesondere den Integrationswillen der DJR und die gute Einbettung in die Gesellschaft lobt. Eine erkennbar erfreute - und nach eigenem Bekunden aufgeregte - Frau Nazarenus-Vetter, stellvertretende Bundesvorsitzende der DJR, merkt dann allerdings noch an, daß sich die DJR nicht nur sehr gerne an der Gestaltung der deutschen Gesellschaft beteiligen möchte, sondern sich auch als Bereicherung derselben versteht.
Wer das nachfolgende Programm miterleben darf, ist davon überzeugt, denn jetzt übernehmen die Kinder und Jugendlichen für etwa eine Stunde (sic!) die Bühne und lassen eine phantasievolle Choreographie von Tanznummern und Sprecheinlagen ablaufen, die in eine Märchenhandlung eingebettet sind. Die jungen Künstler sind in aufwendige Kostüme gekleidet und sie gehen ihrer Aufgabe wenn schon nicht mit heiligem, so doch mit großen Ernst nach. Standardtanz wechselt sich mit freiem Tanz ab, die Auftritte der guten Fee werden mit Sound- und Lichteffekten und Sternenstaub untermalt und alles wird mit einer großen Akribie und einem hohen Anspruch vorgetragen. Schritte sind synchron, Hände werden gestreckt, die Binnenkörperbewegungen ("
Let's Dance"-Zuschauer wissen wovon ich rede) werden korrekt ausgeführt und die Texte sind - natürlich - auswendig gelernt.
Jeder, der Kindern dabei hilft, sich zu betätigen und auf verschiedenste Arten und Weisen kreativ zu sein, hat meinen hohen Respekt, nur gibt sich die DJR nicht damit zufrieden, Kinder nach dem olympischen Motto "nur mitlaufen" zu lassen, sondern man verlangt ihnen etwas ab, gibt sich nicht mit Mittelmäßigkeit zufrieden. Das hat zur Folge, daß die Kinder wahrhaft stolz sein können, wenn sie etwas erreicht haben.
Roland KochDJR Frankfurt